Hamburger Abendblatt 23.07.2007

 

Gags vom Geflügel

Beim zweiten Song des Abends fühlte sich der für den Wohlers Park zuständige Wettertroll offenbar doch kurz von den "Elfen im Park"

herausgefordert: "Es liegt was in der Luft", sangen die Darsteller der freien Theatertruppe, als passend zum Text die ersten Tropfen fielen.

"Och, nö", seufzte eine Zuschauerin - um dann schicksalsergeben Regenjacke und Schirm hervorzukramen und die Open-Air-Premiere der

diesjährigen Sommerinszenierung "Die Vögel" (sehr frei nach Aristophanes) weiterzuverfolgen. Das Stammpublikum der Elfen ist so treu wie

angemessen vorbereitet. Die Elfen ihrerseits gleichen die bisweilen suboptimale Akustik durch Einsatz und Spaß aus. Auch "Die Vögel"

(Regie: Gabriele Erler) ist eine mal alberne, mal selbstironische, vor allem jedoch unterhaltsame Produktion geworden, in der chorisch deklamierendes

Geflügel sich aufschwingt, Zeus und seinen Göttern die Macht über den Himmel abzuluchsen. Das antike Federvieh schnattert, wie ihm der

Schnabel gewachsen ist, kein Kalauer wird ausgelassen: Es gibt eine "Krächzschutzversicherung", es wird mit Wiener Wald gedroht, sogar

die berühmte Stoiber-Rede ("Wenn Sie vom Flughafen in München . . .") findet, glänzend hingelegt von Tom Keidel, ihren Platz.

Sehr sympathisch.

 

 

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